Aller Anfang ist schwer - ist er das?

Welche "Lizenzen" kann man bei uns erwerben?
In Schneverdingen wird in erster Linie Segelflugschulung betrieben. Sie hat als Ziel die "Lizenz für Segelflugzeugführer", eine Berechtigung ähnlich dem Führerschein für`s Kfz. Eine Weiterschulung zum "Reisemotorsegler" ist ebenfalls möglich, setzt aber die Segelfluglizenz voraus.
In jedem Jahr wird etwa um Ostern mit der praktischen Schulung begonnen und dann bis in den Herbst hinein an allen -vom Wetter her möglichen- Wochenenden geflogen. Mindestens zwei unserer 14 ehrenamtlich arbeitenden Fluglehrer sind in diesem Zeitraum am Wochenende auf dem Höpen und schulen aktiv bzw. beaufsichtigen die schon alleine fliegenden Schüler.
Wie werde ich Flugschüler?
Um Flieger zu werden, bedarf es keiner ungewöhnlichen Qualifikationen. Folgende Bedingungen schreibt der Gesetzgeber vor:
* Mindestalter von 13 Jahren
* normale Gesundheit
Die Gesundheit wird dabei regelmäßig von einem Fliegerarzt untersucht ( bis zum 30. Lebensjahr alle 5 Jahre, bis zum 50. alle 2 Jahre und über 50 jedes Jahr). Der Arzt verlangt aber nichts Unmögliches. Allgemein kann man sagen, daß die oder derjenige, welche(r) sich im täglichen Leben gesund fühlt, auch die Flugtauglichkeit bekommen wird.
Das Tauglichkeitszeugnis muß zum Beginn der Schulung vorliegen.
Im übrigen meldet man sich einfach einmal bei uns auf dem Flugplatz persönlich oder unter einer der folgenden Adressen telefonisch bzw. per E-Mail.
Wie sieht der Weg zum Flugschein aus?
- Die praktische Ausbildung
Die praktische Ausbildung beginnt vom ersten Tag der Mitgliedschaft im Verein an. Gemeinsam mit einem Fluglehrer geht es in die Luft. Unsere Schulungssegler verfügen ähnlich wie Fahrschulwagen über Doppelsteuer. Anfänglich fliegt vornehmlich der Fluglehrer. Schritt für Schritt übernimmt dann aber der Schüler die Steuerung alleine, bis dann der Lehrer nur noch beobachtend hinten im Segler sitzt. Dann ist auch das erste große Erlebnis in der Fliegerei - der erste Alleinflug - nicht mehr weit:
Der Lehrer verläßt den hinteren Sitz und es geht das erste Mal alleine in die Luft!
Ganz alleine ist man dabei aber auch nicht, denn der Lehrer ist über Funk immer erreichbar. Vom Boden aus beobachtet er nun seinen Zögling und gibt - wenn nötig - Instruktionen.
Bei intensiver Schulung ist der Alleinflug schon nach wenigen Monaten möglich.
Alleinflug heißt aber auch nicht, daß nun nie wieder ein Lehrer einsteigt, denn zu Vieles gilt es noch zu erlernen oder zu verbessern. Für den Alleinflug wird z.B. erwartet, daß der Schüler sicher starten und landen kann und den Flug um den Platz (Platzrunde) beherrscht. Gerade das thermische Fliegen aber, was den Reiz der Segelfliegerei ausmacht, kann von dem Schüler dann noch nicht beherrscht werden.
Daran wird im Laufe der Ausbildung weiter gefeilt, und der Erfolg ist direkt sichtbar, wenn sich der Schüler von Flug zu Flug länger in der Luft halten kann.
Zur Lizenzprüfung sollte er dann natürlich rundherum fit sein, was einiges an Zeit verlangt. Mit einer Dauer von zwei bis drei Jahren bis zum Schein sollte man rechnen. Wem dies zu lange vorkommen mag, dem sei gesagt: der Spaß beginnt nicht erst mit dem Schein sondern vom ersten Tag an.
- Die theoretische Ausbildung
Die theoretische Ausbildung wird begleitend zur praktischen vornehmlich in den Wintermonaten durchgeführt. Für die Zulassung zur Lizenzprüfung wird Wissen in den Fächern
* Luftrecht
* Meteorologie
* Navigation
* Technik
* Aerodynamik
* Menschliches Leistungsvermögen und
* Verhalten in besonderen Fällen
verlangt. Auch hier wird nichts ganz Schwieriges erwartet. Wer mit ein wenig Interesse den Unterricht verfolgt, der wird auch bei der Prüfung vor der Bezirksregierung Oldenburg keine Probleme haben. Außerdem gibt es gute Lehrbücher und exzellente Lehrprogramme auf CD.
Und zum Schluß:
Für die Erteilung der Segelfluglizenz schreibt der Gesetzgeber ein Mindestalter von 16 Jahren vor, für die Reisemotorseglerberechtigung eines von 17 Jahren.
Also.........................los geht`s !